• Morgens halb zwölf in Dresden

    Das erste Sektfrühstück in der neuen WG haben wir diesen Samstag erledigt.
    Ich freue mich schon auf die vielen, die noch folgen werden.

    Das Sektfrühstückchen

  • Romeo und Julijulitschka, die Zweite

    Es ist bekannt, ich bin ein Wiederholungstäter.
    Freitag war ich wieder im Theater.
    Wieder Romeo und Julia.
    Wieder genial.

    Auch wenn Benvolio diesmal auf Krücken über die Bühne humpeln musste, nichts kann die Energie dieser Inszenierung stoppen. Da ist eine Spielfreude zu sehen, die einfach ansteckt.

  • Gourmet-Dielen-Picknick

    Der erste Einblick in mein neues Leben.

    So gemütlich kann es in einem leeren Zimmer werden.
    Bon Appetit!

    Studentenfutter

  • Marx kauft bei IKEA

    Chemnitz - Die Stadt wo man gute Ideen erfolgreich umsetzt!

    Kommunismus trifft Kapitalismus

  • Meine Entführung in den Serail

    Gestern war ich in der Semperoper.
    Und ich muss gestehen, es war mein erstes Mal. Oh ja!
    Die Julia, die, die immer und immer ins Theater rennt, bei allen möglichen Kulturzeugs ganz laut "Hier... Ich!" schreit, war noch NIE in einer Oper.
    Um das zu ändern habe ich mir das Take4 Anrecht der Semperoper zugelegt. Als Student kann man sich damit für einmalig 20 Euro eine Oper, ein Ballett, ein „Besonderes Werk" und eine Aufführung der Kleinen Szene ansehen. Das ist doch mal ein klasse Angebot!

    Gestern habe ich meine erste Karte eingelöst. Zu sehen gab es für mich Mozarts Oper Die Entführung aus dem Serail, ein Singspiel in drei Akten. (Die Handlung ist natürlich Allgemeinbildung und muss hier nicht weiter erläutert werden...
    Ha, und wie ich mich vorher fleißig einlesen musste! Wollte nicht riskieren ganz unvorbereitet dazusitzen und ahnungslos auf die Bühne zu schauen.)

    Belmonte hofft im Orient seine große Liebe Konstanze zu retten. Die Gute wurde zusammen mit Zofe und Diener entführt und an den Bassa Selim verkauft. Der verliebt sich in Konstanze und versucht mit allen Mitteln ihr Herz zu gewinnen. Belmonte schmiedet mit seinem Diener Pedrillo einen Plan, um die Frauen zu befreien, aber er wird vereitelt. Die vier Flüchtigen werden vom Aufseher Osmin verhaftet. Es stellt sich heraus, dass Belmonte der Sohn des Erzfeindes von Selim ist, der einst sein ganzes Glück zerstört hat. Aber anstatt Rache zu üben, schenkt der Bassa den Gefangenen die Freiheit: "Wen man durch Wohltun nicht für sich gewinnen kann, den muss man sich vom Leibe schaffen."

    Bassa Selim wirbt um die Liebe Konstanzes
    (c) semperoper dresden

    Jetzt wage ich es als Opernneuling kaum eine Kritik abzugeben, besonders was die musikalische und gesangliche Qualität anbelangt. Dafür habe ich einfach noch kein Ohr. Aber ich habe ja meine Augen und deshalb auch eine Meinung zu dieser Inszenierung, meiner ersten Oper.

    Es ist schon sehr beeindruckend, was die menschliche Stimme so leisten kann. Und dann auch noch live auf einer Bühne. Besonders gefallen hat mir in ihrer Art Romy Petrick in der Rolle des Blondchen, wie sie da so frech und frei nach vorn gesungen hat. Beeindruckend auch die Marternarie der Konstanze, gespielt... nein, gesungen von Cornelia Götz.
    Das hat mir eben leider etwas gefehlt, das Spielen. Bis auf die facettenreiche Darstellung des Bassa Selim (in dieser reinen Sprechrolle der Schauspieler Ahmad Mesgarha), wirkten die Figuren sehr künstlich, eher eindimensional. Typisch Oper? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht bin ich einfach doch zu sehr Theatermensch. Es war aber auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und bestimmt nicht meine letzte Oper.

    PS: Wen es interessiert, auf der Website der Semperoper gibt es (sehr vorbildlich!) ein Video zur Inszenierung.

  • Muss... Bücher... Kaufen...

    Katleen: "Arrghhh...mir zuckt es in den Fingern....möchte ein Buch kaufen!!! Warum konnte ich nur ein Versprechen abgeben, mir bis Weihnachten keine zu kaufen?"

    Julia: "Ich weiß schon warum ich auf solche Forderungen meiner Vernunft nicht eingehe."

    Wenn es um Bücher geht, regiert mein Bauchgefühl.
    Und wenn der Bauch Hunger hat, dann muss er essen.

    Besonders großen Appetit habe ich immer dann, wenn ich vor großen Aufgaben stehe und eigentlich keine Zeit zum Lesen habe.
    In der Zeit vor den Abiturprüfungen habe ich z.B. einen Thomas Bernhard nach dem anderen verschlungen, anstatt mich mit dem Prozess der Proteinbiosynthese zu befassen. Frost, Verstörung, Beton... Ich hatte mich in seine Sprache verliebt. Es war wie ein Rausch, eine Sucht. Ich konnte einfach nicht aufhören.
    So war das dann auch beim Schreiben meiner Abschlussarbeit. Statt fleißig über Theatermarketing zu tippen, verirrte ich mich in den Büchern von Paul Auster; kam und wollte nicht mehr raus. Ich geriet in einen regelrechten Auster-Sog. Die New York Trilogie, Mr. Vertigo, Leviathan...

    Jetzt befinde ich mich gerade in einer Phase des Wartens. Und ich habe festgestellt, dass es sich in diesem Zustand ebenfalls wunderbar lesen lässt. Ich bin also wieder nur in Büchern zu finden, bzw. auf dem Weg, Bücher zu suchen. Es nimmt kein Ende. Da ist immer noch eine Seite zum Umblättern.

    Jetzt kommt Thomas Mann mit den Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull an die Reihe. Ich bin gespannt.

    "Es ist Zeit die Seite umzublättern"
    Paul Auster

  • Dreihundertdreiunddreißig Kreuze

  • Ein Ausflug

    - Ein Hund, eine Wiese und eine Kamera -

    Photobucket

    Wir Vier hatten eine Menge zu Lachen.
    Und vielleicht hatte der Maulwurf, unsere heimliche Nummer Fünf,
    ja auch seinen Spaß.

    Photobucket

  • Romeo und Julijulitschka

    Wie ich Shakespears Romeo und Julia damals in der Schule gehasst habe. Das lag wohl zum großen Teil daran, dass ich immer, immer (!) die Julia lesen musste. (Ja, die Lehrerin hatte Humor.) Und auch wenn ich eigentlich schon damals gern vorgelesen habe; wenn die halbe Klasse schnarcht und der Romeo ohne Punkt und Komma liest, da verpufft jeder Ehrgeiz und nebenbei auch noch die Sprache Shakespeares.
    Auch die inhaltliche Aufarbeitung mit unserer Lehrerin hat vielleicht nicht gerade dazu beigetragen, der Klasse und mir das Stück näher zubringen. Ich habe mich extra auf die Suche nach meinem alten Deutschhefter begeben, um auch Beweise für meine subjektiven Erinnerungen zu finden. Außer einer diktierten Inhaltsangabe, handgeschmiert auf vier Seiten, habe ich nur noch diesen Aufgabenzettel gefunden.

    Bringe die folgenden Sätze und Zitate in eine chronologische Reihenfolge und schreibe die Zusammenfassung in dein Heft!

    1. Mercutio und Benvolio machen sich über Romeos Liebe zu Rosalinde lustig, als dieser erscheint.
    2. Romeo und Julia treffen sich bei Bruder Lorenzo um sich heimlich trauen zu lassen.
    3. Die Wärterin und Peter kommen um mit Romeo über die Vermählung zu sprechen.
    4. Die Wärterin zögert die glückliche Nachricht heraus, bis sie sich schließlich beide darüber freuen.
    5. Lorenzo erzählt über eine giftige Pflanzenart.
    6. Erst ist er dagegen, doch schließlich stimmt er zu, weil er hofft, dass durch die Hochzeit der Hass der Häuser erlöschen könnte.
    7. Julia wartet ungeduldig auf die Amme, die von Romeo kommen soll.
    8. Romeo erscheint und bittet Julia ihn zu trauen.
    9. "Der Himmel lächle so dem heil'gen Bund, Dass künft'ge Tag' uns nicht durch Kummer schelten."
    10. "Sag ihr, sie mög' ein Mittel doch ersinnen, Zur Beichte diesen Nachmittag zu gehen."

    Tja. Eben. Frustrierend, oder?

    Aber... Es geht auch anders.

    Glücklich können sich die Schüler schätzen, die sich im Rahmen des Deutschunterrichts am Staatsschauspiel Dresden die Romeo und Julia Inszenierung von Simon Solberg ansehen können. Jung, laut, trashig.

    Eike Weinreich (Paris), Sebastian Wendelin (Tybalt), Ahmad Mesgarha (Capulet), Henner Momann (Gregorio), Cathleen Baumann (Amme)
    (c) staatsschauspiel dresden

    Also ich geb zu, ich war vorher skeptisch. Cage Fighting und Hip Hop?
    Aber - es passt! Es ist halt kein klassischer Shakespeare. Warum auch? Man verliert den Klassiker trotz allem Trubel nicht aus den Augen. Das Stück hat Energie, es ist gut durchinszeniert und das Wichtigste, es bringt junge Menschen ins Theater. Man hat eben keine schnulzigen Liebesszenen, pathetische Machtkämpfe... Klar ist viel Klamauk dabei, aber warum soll man denn nicht auch bei einem Shakespeare lachen, singen, kämpfen?

    Die Inszenierung polarisiert. Sehr gut! Warum immer Einheitsbrei, mit dem alle zufrieden sind. Hier bekommt die Jugend (und alle Aufgeschlossenen) eben mal was geboten. So macht dann auch Shakespeare in der 9. Klasse Spaß. Und das ist wichtig. Sonst hat Theater keine Zukunft.

    PS: Und nach dem Trauma zu meiner Schulzeit, war ich nach dieser Inszenierung dann doch wieder froh, dass Shakespear seine weibliche Hauptrolle nach mir benannt hat. Bei diesem herrlich durchgeknallten Vater (Ahmad Mesgarha) und einem sehr sympathischen Romeo (Sascha Göpel) ist man gern eine Julia.

  • Tote Linien

    Eigentlich wollte ich von Taten berichten. Von Erfolgen.
    Eigentlich.

    Eigentlich war ich ja wirklich motiviert, so mit einer Deadline im Rücken. Die ersten Zeilen waren geschrieben. Ja, man konnte es schon fast einen Anfang nennen. Dann sind so ein paar Ereignisse zusammen gefallen und jetzt schwebe ich wieder. Der Druck ist immer noch da, aber irgendwie nicht mehr so real, nicht mehr so drückend. Die Linie hat sich wieder in den toten Winkel zurück gezogen und lauert da im Dunkeln auf mich.

    Ja, das Ganze ist schon sehr dramatisch.

    Dramatisch hat es auch mein großes Idol Stephen Fry beschrieben, der es, wie ich, mit einer toten Linie zu tun hatte. "I have a ten-ton deadline hanging over me suspended by a single human hair. If I don’t stay and stare at my screen all day every day until I have bled out a screenplay I will have my nipples torn from me like medals from the tunic of a disgraced officer and Shame will know me for her own." (siehe stephenfry.com) Mittlerweile ist er über die Ziellinie, der Glückliche, und kann darüber schreiben, wie schwer ihm das Schreiben fällt.


    (c) Morgan Ritchie - 100 days of fry

    Es scheint also mit der Zeit nicht leichter zu werden, das Schreiben. Vielleicht wird es sogar schwerer. In der 4. Klasse hatte ich noch keine Probleme einen Aufsatz zu schreiben, in der 12. war es eine Herausforderung und mittlerweile ist es eine kaum lösbare Aufgabe.

    Thomas Mann hat mal gesagt, ein Schriftsteller ist jemand, dem das Schreiben schwer fällt. Also, demnächst dann mein Roman.

    Ich kann tote Linien sehen...

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